IT’S A MATCH

Tinder, Spooted, Once, Parship, Speeddating, Meth, Knuddels – alles ausprobiert. Wirklich getaugt hat es mir nicht. Zwar bekommt man so unzählige Dates und immer wieder ein nettes Sie-erkannten-sich, doch mehr als das Ego boosten – nope! (Mittlerweile bin ich kurz davor meine Ansprüche an Frauen anzupassen und blond – check nicht als einziges Auswahlkriterium gelten zu lassen )

Für jede Menge amüsante Geschichten diente diese lebensbereichernden APPs doch alle mal… und weil ich schreibe, da ich nichts anderes zu Stande bringe, führe ich hiermit die erste regelmäßige Rubrik dieses Blogs ein:

 

tumblr_static_b457m5mq054w88k8kw48s84s4_640_v2 Dating(desaster) von und mit Fabian Bader

Vorne weg: Ich muss gestehen, so ein geisteswissenschaftliches Studium wie das meine prägt ungemein. So  ist es mir kaum möglich ordentliche Gespräche mit Frauen zu führen und viel schwerwiegender, eine wiederkehrende Rubrik nicht chronologisch zu beginnen. Meine Recherche ergab, dass die beschleunigte Partnersuche ganz analog anfängt. Mit der Kontaktanzeige. In diesen Zeitungen. Richtig auf Papier. Das war also früher der heiße Scheiß und 1 Millionen mal hat so Weiblein zu Männlein, Weiblein zu Weiblein, Männlein zu Männlein und was auch immer wer sein möchte zu dem, was er/sie/es sucht, gefunden. Ehrlich gesagt, fehlte mir zu erst der Kontakt zur Kontaktanzeige ( wahrscheinlich dem Printmedium geschuldet ). – Muss man da wirklich anrufen und seine Text durchgeben? – Doch das konnte mich nicht aufhalten. Ich habe Zeitungen durchstöbert und ein wunderschönes Pärchen aus zwei dieser altertümlichen Bittschriften geschaffen…

fesch, schlank, immer gut gelaunt und gebildet. Frau mit Pudel in den besten Jahren sucht gut situiertes Paar für vergnügliche Stunden in gehobener Atmosphäre. Liebt Mallorca und Luxus           – Sarah

Sehr männlich (45) sucht junge, fesche Dame für spaßige Stunden, wilde Diskussionen, gemeinsame Höhenflüge und besondere Erlebnisse. Kultur ist nicht so meins – Rolf

Und nun ein kleiner Einblick in die Köpfe der beiden:

Rolf war sehr gespannt, was denn nun „bestes Alter“ heißen soll. Er hatte das mal gegoogelt. „Frauen im Besten Alter“ und war, nachdem sein Kollege, der Dieter, ihm er erklärt hatte, wie man den Jugendfilter ausschaltet, auf aller Hand Sachen gestoßen… Irgendwie, fand er das schon geil. Außerdem war Sarah die einzige, die auf seine Anzeige geantwortet hatte. Da musste man pragmatisch sein. Und pragmatisch, das war Rolf.

Zugegebener Weise passt er nicht ganz auf Sarahs Schreiben, eigentlich suchte sie zwei, also ein Paar. Er war allein. Dafür aber sehr stattlich – vielleicht zählte das ja doppelt – und heimlich hoffte er, einfach doppelt so oft ran zu dürfen. Die Ausdauer hatte er. Die hat man, wenn man den ganzen Tag auf dem Bau schafft. Mallorca – wie sich Sarah gewünscht hatte – war gerade auch nicht drin, aber der Baggersee in Erlabrunn hatte schließlich auch seine schönen Seiten. Außerdem war es angenehm ruhig dort seit letztes Jahr ein herrenloser Arm gefunden wurde.

Sarah kribbelte es schon seit vorgestern ganz wild im Bauch. Das Kichern und „des oiberne Rumghüpf“ war sogar ihrem Mann aufgefallen und dem fiel nie etwas auf. Aber seit sie den weißen Rock mit den schönen, roten Blumen wieder angezogen hatte – sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wie lange er schon hinten im Schrank, direkt neben ihrem Hochzeitskleid, hing – wusste sie, dass sie das richtige tat. Das richtige Tun mit Rolf. Ein richtig toller, moderner Mann. Anscheinend besaß er eine große Baufirma, war jedoch bodenständig geblieben bei all der Arbeit. Klug und witzig war er auch. „Kultur ist nicht so meins“, also eigentlich sehr interessiert, es fehlt nur der richtige Partner. Bald würden sie beide Ausflüge machen nach Rom, Paris und vielleicht sogar… Amerika. Natürlich nur, wenn er Urlaub hätte. Von seiner wichtigen Arbeit. 

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Is it a match?

Am 22. Mai war es nun soweit, Sarah hatte den verwunschenen See im Niemandsland ausgemacht, schloss ihren Opel Corsa ab und ging mit suchenden Blick zum vereinbarten Treffpunkt. „Da un´ne am See halt“. Wie bodenständig und doch so romantisch . . . 

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